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Malteser Olpe

„Über Glauben sprechen“

Journalistin Valerie Schönian zu Gast beim Johannesfest der Malteser | Helfer aus Paderborn und Hövelhof ausgezeichnet

25.06.2017
110 Malteser, Vertreter anderer Hilfsorganisationen und Verbände sowie aus der Politik waren beim Johannesfest 2017 dabei.
110 Malteser, Vertreter anderer Hilfsorganisationen und Verbände sowie aus der Politik waren beim Johannesfest 2017 dabei.
Festrednerin Valerie Schönian gab einen Einblick in das Projekt „Valerie und der Priester“.
Festrednerin Valerie Schönian gab einen Einblick in das Projekt „Valerie und der Priester“.
Hubert Berschauer (l.), stellvertretender Malteser Diözesanleiter, zeichnete Msgr. Prof. Dr. Schallenberg (3.v.l.) und Franz Kudak (r.) mit der Malteser Verdienstmedaille aus. Mit auf dem Foto (v.l.) Landrat Manfred Müller, Malteser Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod, Valerie Schönian und Teresa Kudak. Fotos: Malteser/Kaiser
Hubert Berschauer (l.), stellvertretender Malteser Diözesanleiter, zeichnete Msgr. Prof. Dr. Schallenberg (3.v.l.) und Franz Kudak (r.) mit der Malteser Verdienstmedaille aus. Mit auf dem Foto (v.l.) Landrat Manfred Müller, Malteser Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod, Valerie Schönian und Teresa Kudak. Fotos: Malteser/Kaiser

Erzdiözese Paderborn, Paderborn, Hövelhof. 110 Malteser und geladene Gäste feierten heute gemeinsam das Johannesfest im Paderborner Liborianum. Den Empfang richten die Malteser jedes Jahr zu Ehren ihres Patrons aus, des heiligen Johannes des Täufers. Nach der Heiligen Messe in der Kapuzinerkirche, zelebriert von Malteser Diözesanseelsorger Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, eröffnete der stellvertretender Malteser Diözesanleiter Hubert Berschauer den Empfang in der Aula des Liborianums.

„Über Glauben sprechen“ – so der Titel des Festvortrags der Journalistin Valerie Schönian. Rednerin und Thema waren kein Zufall: Denn „über Glauben sprechen“ ist auch ein Ziel der neuen Malteser Kampagne „Ritter und Retter“. „Unser Leitsatz lautet `Hilfe den Bedürftigen´ – wir Malteser sind vor allem gut darin, unser Glaubenszeugnis in tätige Nächstenliebe umzusetzen. Wir wollen aber besser darin werden, unser Glaubenszeugnis auch ins Wort zu bringen“, betonte Malteser Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod. Auch katholische Priester seien nicht mehr selbstverständlicher Teil der Lebenswelt vieler Menschen, so Bierod. Um dies zu ändern, hatte die Deutsche Bischofskonferenz – beziehungsweise ganz konkret das Zentrum für Berufungspastoral – das Projekt „Valerie und der Priester“ ins Leben gerufen. Nach einem Jahr endete es am 20. Mai dieses Jahres.

„Kein Verzicht, sondern ein Geschenk“

25 Jahre jung, linksliberal, feministisch: Valerie Schönian begleitete ein Jahr lang den Priester Franziskus von Boeselager. Ihre Frage: Warum wird man heute noch Priester? Das Projekt hatte zum Ziel, zwei Menschen aus verschiedenen Lebensrealitäten einander begegnen zu lassen: Großstadt- trifft auf Kirchenwelt, Freiheits- auf Traditionsliebe. Eine, die der katholischen Kirche fern steht, trifft einen, der alles für Gott gibt, weil ihm der Glaube so viel gibt. Valerie Schönian hat Franziskus von Boeselager bei seiner täglichen Arbeit in der Seelsorge, bei Gottesdiensten und Krankenbesuchen begleitet, aber auch bei größeren Ereignissen wie Wallfahrten oder dem Weltjugendtag in Krakau. Dabei hat die Journalistin den Priesterberuf und damit den Glauben mit vielen seiner Facetten kennengelernt.

Von ihren anfänglichen Irritationen und vielen „Aha“-Erlebnissen berichtete sie in ihrem Vortrag. Zu Anfang hatte sie sich nicht vorstellen können, wie jemand, der den Priesterberuf ergreift, nicht im ständigen Verzicht lebt. „Ein Jahr später kann ich sagen: Ich habe mich geirrt. Das Leben als Priester ist für Franziskus kein Verzicht, sondern ein Geschenk.“ Sie sei zwar durch das Projekt nicht zum christlichen Glauben bekehrt worden, doch Zeugin von Franziskus´ Glauben geworden. An die Malteser gerichtet und mit Bezug zur Ritter und Retter-Kampagne sagte Schönian: „Sie können Menschen jetzt zu Zeugen Ihres Glaubens machen, der Sie als Malteser durch das Leben trägt.“ 

Valerie Schönian thematisierte auch einige persönliche Eindrücke aus dem vergangenen Jahr. Eines ihrer eindrucksvollsten Erlebnisse war eine Krankenkommunion, zu der sie Franziskus begleitet hatte. Einfach zu sehen, wie die älteren Menschen auf Franziskus schauen, wie glücklich sie werden – das hat Valerie Schönian nachhaltig beeindruckt. Ihr Fazit nach einem Jahr: Kommunikation kann zwischen Menschen unterschiedlicher Welten funktionieren. "Valerie und der Priester" dokumentierte den Alltag eines Priesters vor allem in den sozialen Netzwerken: auf Facebook und Youtube, bei Twitter und in einem eigenen Blog. Gesammelt wurden die Fotos, Videos und Texte, die Schönian produzierte, auf der Website www.valerie-und-der-priester.de.

Helfer ausgezeichnet

Nach dem Vortrag zeichnete Hubert Berschauer zwei verdiente Malteser Helfer für besondere Leistungen aus. Die Malteser Verdienstmedaille in Silber erhielt Msgr. Prof. Dr. Schallenberg für seine herausragenden Dienste, um den Leitsatz der Malteser „Bewahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ in Deutschland, Europa und weltweit zur Geltung und Verwirklichung zu bringen. Insbesondere hat sich Msgr. Schallenberg um die kirchenpolitische Vertretung der Malteser im Erzbistum Paderborn verdient gemacht. Zudem ist er in steter aktiver Sorge um das geistliche Leben in den diözesanen Malteser Gremien und vieler Helferinnen und Helfer. Darüber hinaus baute und baut er neue Kontakte nach Osteuropa auf, um Hilfe und Völkerverständigung zu leisten.

Außerdem wurde Franz Kudak, Geschäftsführer der Malteser Ortsgliederung Hövelhof, mit der Malteser Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet. Diese erhielt er für seine besonderen Verdienste um die Ortsgliederung Hövelhof, insbesondere deren finanzielle Konsolidierung und die politische Vernetzung im Ort. Seit Jahren ist Franz Kudak ein starkes Rückgrat der Arbeit in der Gliederung. Zudem würdigte Berschauer Franz Kudaks Verdienste für die Malteser in der Erzdiözese Paderborn – speziell für die Lourdes-Wallfahrt, an der er seit Beginn beteiligt ist. Und für die Auslandsarbeit, wo er als Übersetzer wirkt und dabei hilft, neue Kontakte beispielsweise nach Belarus aufzubauen.

In seinem Grußwort dankte der Landrat von Paderborn, Manfred Müller, den Maltesern für ihr vielfältiges gesellschaftliches Engagement. Er hob insbesondere die Hilfe in der Versorgung Geflüchteter in den vergangenen Jahren sowie die jährliche Begleitung vieler Menschen mit Krankheit oder Behinderung nach Lourdes hervor.

Ein festliches Mittagessen im Liborianum rundete ein gelungenes Johannesfest 2017 ab.

Weitere Informationen

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